Erste Hilfe bei Wunden

Geschrieben von: admin

2015-06-12

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Wie gravierend ist die Wunde?

Unter einer Wunde versteht man jede Verletzung der Haut. Die intakte Haut ist das wesentliche Organ der Abwehr gegenüber bakteriellen Infekten.Wie schwerwiegend eine Wunde ist und wie sie weiter behandelt wird, hängt von der Tiefe, Keimfreiheit und Ausdehnung der Verletzung ab.

Die oberflächlichsten Wunden sind Schürfwunden. Platzwunden, Riss- oder Schnittverletzungen können bis in das Unterhaut-Fettgewebe oder noch tiefer reichen. Bei tiefen Wunden besteht die Gefahr, dass andere Strukturen (z. B. Sehnen) mitverletzt werden.

Keimfreie Wunden (aseptische Wunden) heilen in der Regel leichter und sie bilden eine mehr oder weniger ausgeprägte Narbe. Die Behandlung infitzierter und entzündeter Wunden ist dagegen oft langwierig. Bei mit Keimen behafteten Wunden (septische Wunden) besteht die Gefahr einer Wundinfektion. Sie hinterlassen auch öfter unschöne Narben oder bilden Einziehungen an der Haut. Viele dieser kosmetischen Probleme können jedoch später korrigiert werden. Nur wenige Wunden heilen so schlecht, dass man von einem chronischen Verlauf sprechen muss.

Große Wunden sind grundsätzlich gefährlicher als kleine Verletzungen. Vor allem bei Brandwunden spielt die Ausdehnung eine wichtige Rolle: Je mehr Haut verbrannt ist, desto gerößer ist die Gefahr eines Kreislaufschocks. Für die Wundheilung ist auch wichtig, wo eine Verletzung ist. Haut heilt grundsätzlich besser, wenn sie wenig bewegt wird und nicht unter Spannung steht.

Schürfwunde

Verschmutzte Schürfwunden können Sie unter fließendem, kaltem Wasser vorsichtig auswaschen. Größere Schmutzpartikel (z.B. Steinchen, Splitter) sollten Sie mit einer desinfizierten oder sterilen Pinzette entfernen. Suchen Sie im Zweifelsfall einen Arzt auf, um sicherzustellen, dass keine Fremdkörper vergessen wurden und der Tetanusschutz ausreicht.

Aufgeschlagene Knie oder blutige Ellbogen teilen Eltern auf dem Spielplatz in zwei Lager: Die Pflaster-Verfechter und die Anhänger der „Wunden brauchen frische Luft“-Theorie. Wer hat recht?

Wunden heilen also am besten, wenn sie feucht bleiben. Die Austrocknung der Wunde an der Luft behindert durch den sich bildenden Schorf die Wundheilung. Die moderne Behandlung von Wunden ist daher feucht. Wundauflagen verhindern das Austrocknen der Wunde, sie nehmen überschüssige Sekret auf, aber schützen die Wunde vor äußeren Einflüssen und Keimen.

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Ein feuchter Verband ist häufig auch angenehmer als ein herkömmlicher. Da Verletzungen oft ein Sekret absondern, kann Gaze schon mal auf der Wunde festkleben. Ein Verbandwechsel tut dann doppelt weh und stört auch den Heilungsprozess.

In der Wundflüssigkeit werden nämlich Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren aktiv, welche zur Neubildung von Zellen anregen.

Schnitt- oder Platzwunden

Bei blutenden Schnittwunden oder Platzwunden sollten Sie zuerst versuchen, die Blutung zu stoppen. Drücken Sie eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch auf die Verletzung und lagern Sie die betroffene Körperstelle hoch.

Stoppt die Blutung nicht innerhalb kurzer Zeit, sollten Sie einen Druckverband anlegen und den Rettungsdienst verständigen. Ein größerer Blutverlust kann lebensbedrohlich sein! Blutet die Wunde trotz Druckverband weiter, öffnen sie den alten Verband nicht, sondern legen Sie nochmals einen straffen Druckverband darüber.

Bei welchen Verletzungen sollte man direkt einen Arzt aufsuchen?

  • Wunden im Gesicht und größere oder blutende Wunden müssen innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt begutachtet werden, da sie eventuell genäht, gestrippt oder geklammert werden müssen.
  • Blutungen, die stark und spitzend sind oder sich innerhalb 15 Minuten nicht stoppen lassen, gehören auch zum Arzt.
  • Gleiches gilt für tiefe Schnitt- (tiefer als 5 mm), Platz- oder Quetschwunden, Verletzungen mit klaffenden Wundrändern und Fremdkörper, die sich nicht entfernen lassen.
  • Grossflächige Brandwunden, auch solche nach einer Verbrühung, sind ein Fall für den Arzt, die Ärztin oder das Spital.
  • Auch Bisswunden gehören in die Hände eines Arztes, weil das Risiko von Wundstarrkrampf besteht.
  • Mit Wunden, die nach einer gewissen Zeit Zeichen einer Infektion zeigen – starke Rörung, Schwellung, Waerme, pochende Schmerzen, Eiterbildung – sollte ein Arzt augesucht werden für eine allfaellige Antibiotikabehandlung.
  • Alle Wunden, die nach rund einer Woche noch keine Heilungstendenz zeigen, sollten auch dem Arzt gezeigt werden.
  • Personen mit einer problematischen Wundheilung, dazu zaehlen aeltere Menschen, Diabetiker und Menschen mit Blutverdünnung sollten immer den Arzt aufsuchen.

Denken Sie an einen ausreichenden Tetanus-Impfschutz! Ist die Grundimmunisierung nicht vollständig oder liegBanner_WP_CarePlust die letzte Impfung länger als zehn Jahre zurück, ist unverzüglich eine Auffrischimpfung notwendig.

 

Halten Sie immer einen Erste Hilfe Set zu Hause! Hier finden Sie, was Sie unbedingt benötigen:

Binde elastisch 7 cm x 4 m

Verbandpäckchen steril 12 cm x 10 cm

Pack mit 10 Pflastern assortiert, atmungsaktiv

Rolle Heftpflaster 5 m x 2,5 cm

Portionenbeutel für Haut- und Wundschäden

Erste-Hilfe-Schere

Splitterpinzette

Sicherheitsnadeln

Ein Paar Einweghandschuhe Nitril Gr. L

Fingerling aus Kunstleder

Rettungsdecke nicht steril

Dreiecktuch

 

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