Erdbeben – die wichtigste Tipps

Geschrieben von: Judit

2017-03-27

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Erdbeben ereignen sich meist ohne Vorankündigung. Der Schweizer Seismologische Dienst (SED) registriert durchschnittlich zwei Erdbeben pro Tag in der Schweiz und den Nachbarländern, also insgesamt 500 bis 800 Beben pro Jahr.

Die Tipps vom Schweizerischer Erdbebendienst gibt Ihnen hilfreiche Hinweise, wie man sich im Falle eines Erdbebens richtig verhält, wer für Schäden durch Erdbeben aufkommt und ob es eine Erdbebenversicherung braucht.

Vorbereitung

  • Den besten Schutz vor den Folgen eines Erdbebens bietet eine erdbebengerechte Bauweise nach der SIA Baunorm 260 ff. Sie verfolgt als oberstes Ziel, den Einsturz eines Gebäudes und damit Todesopfer und Verletzte zu vermeiden.
  • Sichern Sie die Gegenstände, die aufgrund der Erschütterungen beschädigt werden und / oder herunterfallen und dabei Verletzungen verursachen könnten. Dazu gehören beispielsweise Deckenverkleidungen, Regale und ihre Inhalte, Fernseher und Musikanlagen oder Beleuchtungen.
  • Legen Sie im Voraus fest, wo sich die sichersten Orte befinden in Ihrer Wohnung oder dem Gebäude, in dem Sie sich aufhalten: Unter tragenden Wänden, Türstöcken oder stabilen Tischen sind Sie am besten geschützt gegen herabfallende Deckenteile.
  • Stellen Sie ein Erste-Hilfe-Kaste zusammen.
  • Notvorräte bereithalten (siehe Merkblatt „Notvorrat“ des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung BWL).
  • Wichtige Dokumente wie Pass oder Führerschein kopieren und für den Ereignisfall bereithalten.
  • Um Stromausfälle zu überbrücken, Taschenlampe, batteriebetriebenes Radio und Bargeld bereit halten (Geldbezug am Bankomat evtl. nicht mehr möglich).
  • Prüfen Sie, ob der Abschluss einer Erdbebenversicherung sinnvoll erscheint, um das persönliche (finanzielle) Risiko zu mindern.

 Während des Erdbebens

Innen

  • In Deckung gehen (z. B. unter einem stabilen Tisch).

  • In Acht nehmen vor herunterfallenden oder umstürzenden Gegenständen (z. B. Regale, schwere Möbel, Fernseher, Musikanlagen und Beleuchtung) sowie die Nähe zu Fenstern und Glaswänden meiden, die zerbrechen könnten.
  • Das Gebäude nur verlassen, wenn die Umgebung sicher ist (wenn z. B. keine weiteren Gegenstände wie etwa Ziegel herunterfallen).
  • Die Benutzung von Treppen und Aufzügen kann bei einem Erdbeben lebensgefährlich sein.

Im Freien

  • Im Freien bleiben, nicht in ein Gebäude fliehen.
  • Nähe zu Gebäuden, Brücken, Strommasten, grossen Bäumen und weiteren Dingen meiden, die einstürzten oder herunterfallen könnten.
  • An Gewässern Uferbereich verlassen.

In einem Fahrzeug

  • Fahrzeug anhalten und während des Bebens nicht verlassen.
  • Wenn möglich nicht auf Brücken, Tunnels oder in Unterführungen anhalten.
  • Nähe zu Gebäuden am Strassenrand meiden (Einsturzgefahr).

Ein Beben kommt selten allein: Oftmals ereignen sich in kurzer Folge mehrere Erdstösse. Verlassen Sie den Schutzort erst, wenn die Erde über einen längeren Moment nicht mehr gebebt hat.

Nach einem Erdbeben

  • Leisten Sie im Bedarfsfall erste Hilfe, aber ohne dass Sie sich dabei selber gefährden.
  • Falls das Mobilfunknetz funktioniert, tätigen Sie nur absolut notwendige Anrufe.
  • Auf das eigentliche Beben mit mehreren Erdstössen können Nachbeben folgen mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Tagen. Verlassen Sie ein stark beschädigtes Gebäude, da es einstürzen könnte.
  • Wenn Sie ein beschädigtes Gebäude wieder betreten dürfen, stellen Sie sicher, dass Gasleitungen dicht und elektrische Leitungen nicht defekt sind. Wasser sollten Sie erst wieder benutzen, wenn dieses als unbedenklich eingestuft worden ist und die Abwasserleitungen reibungslos funktionieren.

Wer zahlt im Schadenfall?

Was viele nicht wissen: Erdbebenschäden sind nicht durch die obligatorische Gebäudeversicherung gedeckt. Das bedeutet, dass alle Kosten, die für die Reparatur von Erdbebenschäden anfallen, selbst getragen werden müssen.

In der Schweiz gibt  es einen Pool sowie im Kanton Zürich einen Fonds, die bei einem Schaden durch Erdbeben einspringen würden:

Der «Schweizerische Pool für Erdbebendeckung» stellt in 17 Kantonen mit obligatorischen Gebäudeversicherungen bis zu zwei Milliarden Franken bereit. Der Wert aller Gebäude liegt bei rund 1’300 Milliarden Franken.

Im Kanton Zürich hat der «Erdbebenfonds der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich»  eine Milliarde Franken zurückgestellt.

Bei beiden erfolgen Zahlungen erst bei starken Beben ab einer Intensität von VII auf der MSK-Skala, d.h. bei mittelstarken Beben erfolgt keine Zahlung. Der Selbstbehalt pro Gebäude beträgt 10 % der Versicherungssumme, mindestens CHF 50’000, welche der Hauseigentümer selbst tragen muss.

Übersteigt der Gesamtschaden eines Erdbebens die vom Pool bereitgestellte Summe, werden die Leistungen anteilsmässig gekürzt.

Sowohl beim Pool wie auch beim Fonds handelt es sich um freiwillige Leistungen und nicht um eine echte Versicherungslösung. Ein Leistungsanspruch im Schadenfall besteht nicht.

Beide Lösungen decken nur Gebäudeschäden. Kostspielige Aufräumungs- und Expertenkosten sind nicht versichert.

Die Kantone Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Wallis und Obwalden verfügen über keine kantonale Gebäudeversicherung und sind somit auch nicht Teil dieser Erdbebenpool-Lösung.

In der Schweiz bieten verschiedene Privatversicherer Erdbebenversicherungen an. Ob Schäden als Folge eines Erdbebens etwa an Hausrat oder Eigenheim gedeckt sind, muss bei der jeweiligen Versicherung abgeklärt werden.

Quellen:

http://www.seismo.ethz.ch/de/home/

https://www.hausinfo.ch/de/home/versicherung-sicherheit/

 

Photo Kredit: Copyright: <a href=’https://www.123rf.com/profile_blueringmedia‘>blueringmedia / 123RF Stock Photo</a>

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