Denken Sie an das Beinähe-Ertrinken!

Geschrieben von: admin

2015-06-27

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Haben Sie von sekundärem oder Beinähe-Ertrinken gehört?

Wir konnten in den letzten Wochen in einigen Medien gelesen, wo eine Mutter von ihrem Erlebnis erzählt, deren Kind fast sekundär ertrunken wäre. In ihrem Blog berichtet Lindsey aus USA wie ihr kleiner Sohn Ronin fast nachgelagert ertrunken wäre. Sie saß die ganze Zeit neben ihm, als er auf der Stufe im Jaccuzzi spielte. Während sie sich nur kurz wegdrehte, um etwas zu ihrer Schwägerin zu sagen, hat er wohl den Halt verloren und wurde auf die andere Seite des Jaccuzzis gespült. Er war dabei wohl ca. 20 Sek. unter Wasser, bis er herausgezogen wurde.

Nachdem er sich beruhigt hatte, sah er völlig normal aus und hat sich auch so verhalten. Später zu Hause war aber der Kleine sehr müde, schien nicht ganz er selbst zu sein und hat auch komisch gehustet. Hätte sie ihn nun einfach ins Bett gesteckt, damit er sich ausschlafen kann, hätte dies böse enden können. Zum Glück hat die Mutter die Kinderärztin angerufen, die sie sofort in die Notaufnahme geschickt hat. Die Geschichte hat ein gutes Ende genommen, denn Ronin ist am nächsten Morgen schon in viel besserem Zustand wieder aufgewacht und hat keine Folgen von dem Unfall getragen. Was ist eigentlich mit Ronin passiert?

Der Tod durch Ertrinken ist ein Schicksal, das insbesondere junge Menschen trifft. Weltweit kommen jährlich tausende Menschen durch Ertrinken ums Leben. Darüber hinaus lässt sich eine wesentlich höhere Anzahl von „Beinahe-Ertrinkungsunfällen“ vermuten, die jedoch nicht bekannt werden.

Was Sie wissen müssen:

Von sekundärem Ertrinken spricht man dann, wenn die Person primär gerettet wird und überlebt zunächst, wird aber später durch die Folgen der Wassereinwirkung zum medizinischen Notfall oder stirbt. Symptome können bis 48 Stunden nach dem Vorfall auftreten.

Bei sekundärem Ertrinken kann in die Lunge eingedrungenes Wasser zum Tod führen, da so die Sauerstoffaufnahme in der Lunge gestört wird. Außerdem besteht die Gefahr einer Lungenentzündung, die auch durch die Chemikalien im Poolwasser verursacht werden kann.

Zweites Ertrinken kann schwer erkennbar ein, weil die Betroffenen nach dem Vorfall im Wasser zunächst normal wirken. Der Verunglückte könnte eine sehr kleine Menge an Wasser eingeatmet haben und so wirken, als ob es alles wieder ausgehustet hätte. Beim zweiten Ertrinken kann es vorkommen, dass sich Wasser in den sauerstoffreichen Poren der Lunge sammelt. Das stört ihre Fähigkeit, Blut mit Sauerstoff anzureichern. Der Herzschlag verlangsamt sich, allerdings so, dass man es kaum merkt. Die Persone kann immer noch reden und laufen. Die einzigen Symptome können eine plötzliche Veränderung des Verhaltens oder des Bewusstseins sein, weil die Sauerstoff-Sättigung des Blutes immer weiter sinkt.

Ursachen des sekundären Ertrinkens sind:

  • Sauerstoffmangel
  • Schädigung des Flüssigkeitsfilms, der die Lungenbläschen auskleidet und deren Kollaps verhindert
  • Störungen in der Lungendurchblutung
  • eine chemische Reizung und Entzündungsreaktion der Lunge gesteigerte Durchlässigkeit der Blutgefäße in der Lunge

Erkennungsmerkmale für das sekundäre Ertrinken:

  • nach vorhergehender Besserung Auftreten einer plötzlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • kalte, blassgraue Haut
  • atemabhängige Schmerzen im Brustbereich
  • komische husten
  • Stöhnen und röchelnde Atmung, Atemnot
  • Blauverfärbung der Lippen und Schleimhäute infolge verminderter Sauerstoffzufuhr
  • stark erhöhte Herzfrequenz
  • Unruhe
  • Bewusstseinsverlust
  • Fieber

Beim Sekundären Ertrinkungs-Unfall spielt nun die Umgebung (Süß- oder Salzwasser) eine entscheidende Rolle. Das Einatmen von Meerwasser theoretisch zweimal so gefährlich ist wie das Einatmen von Süßwasser.

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Unfall im Süßwasser

Beim Ertrinken im Süßwasser können größere Wassermengen über die Lungenbläschen ins Blut gelangen, wobei bereits zwei Minuten nach dem Untertauchen die Hälfte des eingeatmeten Wassers im Blut aufgenommen worden ist.

Unfall im Salzwasser

Meerwasser hat durch den Kochsalzgehalt von ca. 3,5 Prozent einen anderen pH-Wert als Blut. Durch die halbdurchlässigen Zellwände der Lungenbläschen gelangt das Salz in das Blut, während umgekehrt Flüssigkeit aus dem Blut in die Lunge gelangt und das dort befindliche Salzwasser verdünnt. Chemisch bedingt geht nun ein Ausgleich des pH-Wertes vor sich. Die Folge ist ein sogenanntes Lungenödem, das zu einem Kreislaufversagen führt.

Also achten Sie immer auf die nachfolgende Symptome eines Ertrinkens! Und sei es ein Fluss, ein See, ein Planschbecken oder auch nur die Badewanne: kleine Kinder sollten NIE unaufbesichtigt sein, es ist so schnell etwas passiert!

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